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Sie finden hier eine Auflistung aller Lounges

  
Am 17.08.2021 fand die erste KiTa-Lounge auf unserer Online-Plattform statt. Sie bildete den Auftakt zu unserer Themenreihe „Digitale Medien im pädagogischen Alltag“ und behandelte konkret das Thema "Digitale Kommunikation im KiTa-Alltag".

Da wir in einer zunehmend digital geprägten Welt leben, in der sich Arbeitsweisen und Kommunikations- und Interaktionsformen erheblich verändert haben und verändern, spielt das Thema auch in der KiTa eine immer größere Rolle. Digitale Medien halten Einzug in die Kindertagesstätten und gestalten selbstverständlich den Alltag für Kinder, Fachkräfte und Eltern.
Pädagogen und Pädagoginnen müssen Veränderungen erkennen, mithalten und sich täglich weiterentwickeln, um Kinder feinfühlig beim Umgang mit Medien zu begleiten und digitale Möglichkeiten für pädagogische Aufgaben nutzen zu können.
Medienbezogene Kompetenzen bilden die Grundlage für jegliche praktische und theoretische Handlung in Bezug auf digitale Kommunikation in KiTas. Während unserer abendlichen Veranstaltung wollten wir herausfinden, was das für die pädagogische Arbeit mit Kindern und Eltern bedeutet und wie sich die Kommunikation der Fachkräfte dadurch verändert bzw. verändern kann.

Im Fokus standen dabei folgende Fragen:
  • Was bedeutet eigentlich digitale Kommunikation? Wann wird Kommunikation digital? Wo finden wir digitale Kommunikation?
  • Welche digitalen Instrumente werden in der Kita eingesetzt und genutzt?
  • Was sind die Chancen und Herausforderungen von digitalen Medien?
Als Expertinnen standen dankenswerterweise Claudia Remmele (Fachkraft für sprachliche Bildung, Konsultationskraft und Fachkraft für Familienbildung; Kita St. Matthäus Gailbach) und Barbara Weis (Leitung; Kita St. Matthäus Gailbach) sowohl für ein Interview im Vorfeld als auch für den Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen am Abend der Veranstaltung zur Verfügung. 
  
  

Einführungsvideo zur 1. KiTa-Lounge

  

Interview mit den beiden Expertinnen in ganzer Länge der 1. KiTa-Lounge

 
     
  
Am 21.09.2021 fand die zweite KiTa-Lounge auf unserer Online-Plattform statt. Auch diese KiTa-Lounge war Teil unserer Themenreihe „Digitale Medien im pädagogischen Alltag“ und behandelte konkret das Thema "Digitalisierung in der Fachberatung – am Beispiel der Kindertagespflege".

Die Aufgaben der Fachberatung Kindertagespflege sind vielfältig und umfassen die Information zu diesem Betreuungsformat, die Vermittlung eines Betreuungsplatzes, die Begleitung der Familie bis zum Wechsel des Kindes in eine Kindertageseinrichtung, die Beratung der Tagesmütter und Tagesväter in ihrem Alltag sowie Angebote zur Qualifizierung und Weiterbildung. Die Fachberatung steht Kindertageseinrichtungen in organisatorischen, fachlichen und konzeptionellen Fragen sowie bei Veränderungen und Entwicklungsprozessen beratend und unterstützend zur Seite. Die Digitalisierung hält zunehmend Einzug, vor allem in der Art der Kommunikation. Das bedeutet, dass sich die Fachberatung sowohl den technischen, aber vor allem den pädagogischen Herausforderungen stellen muss, um Kontakte im Feld der KiTa mittels neuer Medien zu gestalten.

Im Fokus standen dabei folgende Fragen:
  • Was bedeutet Digitalisierung für die Arbeit in der Fachberatung?
  • Welche Chancen ergeben sich daraus?
  • Lassen sich Hürden für die Aufgaben der Fachberatung identifizieren?
  • Wie profitiert die Fachberatung von der Digitalisierung?
Als Expertin stand dankenswerterweise Maximiliane Fischer (Koordinierungsstelle; Familiäre Tagesbetreuung Aachen e. V.) sowohl für ein Interview im Vorfeld als auch für den Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen am Abend der Veranstaltung zur Verfügung. 
   
  

Einführungsvideo zur 2. KiTa-Lounge

  

Interview mit der Praxisexpertin in ganzer Länge der 2. KiTa-Lounge

      
  
Die dritte KiTa-Lounge fand am 19.10.2021 statt und hat die Themen Antidiskriminierung und Antirassismus behandelt. Hierbei wurde sich einerseits auf kindgerechte antirassistische Materialien fokussiert und anderseits die Ebene von diversen Teams beleuchtet.

Einer der am meisten sichtbaren Aspekte der diskriminierungsfreien pädagogischen Arbeit ist das Vorhandensein von kindgerechten Materialien, um gesellschaftliche Vielfalt darzustellen. Eine weitere wichtige Dimension von Antirassismus im frühkindlichen Bildungsbereich sind diverse (pädagogische) Teams.

Im Fokus standen dabei folgende Fragen:
  • Welche Materialien helfen dabei, über Rassismus und Diskriminierung ins Gespräch zu kommen? Es gibt jede Menge Materialien, aber wie finde ich „das Richtige“? Woran erkenne ich, ob es geeignet ist oder ob dadurch Stereotype und Vorurteile nur verfestigt werden?
  • Wie lassen sich Teams diverser gestalten und was bringt uns das? Welche Herausforderungen bringt das mit sich?
Als Expertinnen standen dankenswerterweise Elke Maushart (Koordinierungs- und Netzwerkkraft Kita-Einstieg; Landkreis Karlsruhe, Ettlingen) und Myriam Zander-Occhini  (Fachkraft "Kita-Einstieg"; Landkreis Karlsruhe, Ettlingen) sowohl für ein Interview im Vorfeld als auch für den Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen am Abend der Veranstaltung zur Verfügung. 
  
  

Einführungsvideo zur 3. KiTa-Lounge

  

Interview mit den Expertinnen in ganzer Länge der 3. KiTa-Lounge

  
     
  
Die vierte KiTa-Lounge fand am 16.11.2021 von 19-21 Uhr statt und hat sich mit dem Thema „Resilienz bei pädagogischen Fachkräften – wie komme ich resilient durch den (Arbeits-)Alltag?“ auseinandergesetzt.

Pädagogische Fachkräfte haben eine Vielzahl an Herausforderungen zu bewältigen. Dazu war das letzte Jahr durch ein hohes Maß an Unsicherheit und sich ständig verändernde Rahmenbedingungen geprägt. So ist gleichzeitig das Thema Resilienz noch mal besonders in den Fokus gerückt – im Sinne psychischer Widerstandskraft, die uns Krisen oder krisenhafte Situationen bewältigen und idealerweise auch noch gestärkt aus ihnen hervorgehen lässt.

Im Fokus stand dabei folgende Frage:
  • Wie können wir unsere eigene Resilienz fördern und im Kontext der Arbeit als pädagogische Fachkraft resilient agieren?
Als Expertinnen standen dankenswerterweise Danielle Schumacher-Zodel (Fachberaterin im Bundesprogramm „Sprach-Kitas"; Landesverband Kath. Kindertagesstätten e. V., Amtzell) und Gabriele Grobusch  (Fachberaterin im Bundesprogramm „Sprach-Kitas"; IN VIA Aachen e. V., Aachen) sowohl für ein Interview im Vorfeld als auch für den Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen am Abend der Veranstaltung zur Verfügung. 
  
Wir haben Ihnen eine Sammlung von Links zusammengestellt, die im Rahmen der 4. KiTa-Lounge verteilt wurden und mit denen Sie sich zum Thema informieren können.
  

Einführungsvideo zur 4. KiTa-Lounge

  

Interview mit den beiden Expertinnen in ganzer Länge der 4. KiTa-Lounge

 
     
  
Die fünfte KiTa-Lounge fand am 18.01.2022 von 19-21 Uhr statt und hat sich mit dem Thema „Datenschutz in Kindertageseinrichtungen – von der Pflicht zum Qualitätsmerkmal“ auseinandergesetzt.

Mit der zunehmenden Digitalisierung des pädagogischen Alltags in Kindertageseinrichtungen ist das Thema Datenschutz ein vielschichtiges und auch essentielles Thema, dem sich die pädagogischen Fachkräfte stellen müssen. Denn digitale Medien halten über den Bereich der Elternkommunikation, der pädagogischen Entwicklungsdokumentation wie auch über pädagogische Angebote Einzug in die Arbeit der pädagogischen Fachkräfte. Sie sollen die Arbeit erleichtern und im pädagogischen Alltag unterstützen. Doch was gilt es zu beachten? Wer muss wo und wann und wie geschützt werden? Bei Eltern, Trägern und auch pädagogischen Fachkräften gibt es häufig Unsicherheiten, wenn es um das Thema Datenschutz geht.

Im Fokus standen dabei folgende Fragen:
  • Was sind (personenbezogene) Daten und welche muss bzw. darf eine Kindertageseinrichtung erheben?
  • Wo benötigt es die Zustimmung der Eltern?
  • Wann, von wem und wie müssen die Eltern in Bezug auf die Datenschutzrichtlinien in der Kindertageseinrichtung aufgeklärt bzw. informiert werden?
  • Wie wird das pädagogische Fachpersonal für das Thema Datenschutz sensibilisiert und geschult?
Als Praxisexpert:innen standen uns erfreulicherweise Frau Braun-Schwartz (Gründerin und Vorsitzende der Elterninitiative Murkel e. V., Siegburg) und Herr Welsch (Pädagogische Fachkraft und Datenschutzbeauftragter bei der Elterninitiative Murkel e. V., Siegburg) sowohl für ein Interview im Vorfeld als auch für den Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen am Abend der Veranstaltung zur Verfügung. Außerdem unterstützte uns Frau Naake (Juristin und Professorin für Recht und Verwaltung an der Evangelischen Hochschule Dresden und Mitglied im Vorstand des Deutschen Kinderschutzbundes) dankenswerterweise mit ihrem Fachwissen während der Veranstaltung.
  
Wir haben Ihnen eine Sammlung von Links zusammengestellt, die im Rahmen der 5. KiTa-Lounge verteilt wurden und mit denen Sie sich zum Thema informieren können.
  
  

Einführungsvideo zur 5. KiTa-Lounge

  

Interview mit den beiden Expert:innen in ganzer Länge der 5. KiTa-Lounge

 
     
  
Die sechste KiTa-Lounge fand am 15.02.2022 von 19-21 Uhr statt und hat sich mit dem Thema „Der Gießener Weg zur Partizipation in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege“ auseinandergesetzt.

Kindern Mitgestaltungsmöglichkeiten an ihrem Betreuungsalltag zu geben, ist nicht (überall) selbstverständlich. Sich dem Thema Partizipation zu widmen, wird häufig als zusätzliche Aufgabe oder als weniger wichtig empfunden. Welchen Mehrwert es haben kann, sich dem Thema auf kommunaler Ebene (trägerübergreifend) zu nähern, wollen wir Ihnen in der kommenden KiTa-Lounge mit unserer Praxisexpertin aufzeigen.

Im Fokus standen dabei folgende Fragen:
  • Welchen Weg ist die Stadt Gießen gemeinsam mit Ihren Kita-Trägern, Erzieher:innen und Kindertagepflegepersonen gegangen?
  • Vor welchen Herausforderungen standen bzw. stehen die Beteiligten bei der Entwicklung eines gemeinsamen (stadtweiten) Partizipationsverständnisses?
  • Welche Erkenntnisse konnten im Prozess gewonnen werden?
Als Praxisexpertin stand uns erfreulicherweise Frau Deichmann-Seidel (Lehrbeauftragte und Fortbildnerin zum Thema Demokratiepädagogik, Trägeraufsicht Kita, Fachberatung Kita und Kindertagespflege) sowohl für ein Interview im Vorfeld als auch für den Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen am Abend der Veranstaltung zur Verfügung.
  
Wir haben Ihnen eine Sammlung von Links zusammengestellt, die im Rahmen der 6. KiTa-Lounge verteilt wurden und mit denen Sie sich zum Thema informieren können.
  
  

Einführungsvideo zur 6. KiTa-Lounge

  

Interview mit der Expertin in ganzer Länge der 6. KiTa-Lounge

 
     
Bei dieser KiTa-Lounge ging es zum einen um eine vielfältige Bandbreite an Themen im präventiven Kinderschutz, zum anderen wurde die Realität im interventiven Kinderschutz vor Augen gehalten, wenn es um den Umgang mit Kindeswohlgefährdung und Kinderschutzfällen geht.

Unterstützt wurden wir während der KiTa-Lounge dankenswerterweise von den Praktikerinnen Frau Bierwirth (Koordinierungs- und Netzwerkkraft "Kita-Einstieg" in Kassel und ehemalige ASD-Mitarbeiterin) und Frau Koch (Fachkraft "Kita-Einstieg" in Hamburg und praktizierende InsoFa).
Folgende Fragen wurden während des interaktiven Austauschs besprochen:
  • In welcher Form spielt Kinderschutz in unserer bzw. meiner Arbeit eine Rolle?
  • Was bedeutet (für mich) gelebter Kinderschutz?
  • Welche Hürden und Herausforderungen bringt das Thema Kinderschutz mit sich?
  • Welche Haltung braucht gelebter Kinderschutz?
  • Wie können Kolleginnen und Kollegen für einen guten Austausch über Kinderschutz sorgen?
  • Was hilft, um (präventiv) über Kinderschutz mit Familien ins Gespräch zu kommen?
  
Wir haben Ihnen eine Sammlung von Links zusammengestellt, die im Rahmen der 7. KiTa-Lounge verteilt wurden und mit denen Sie sich zum Thema informieren können.
  
  

Einführungsvideo zur 7. KiTa-Lounge

  

Interview mit der Praktikerin in ganzer Länge der 7. KiTa-Lounge

 
Am 19.04.2022 fand die KiTa-Lounge zum Thema „Partizipative Sprache“ statt.
Im Austausch ging es u.a. um:
  • die Frage, was im Team unabdingbar ist (Welche Erwartungshaltungen gibt es? Aus dem gemeinsamen Gespräch heraus muss ein gemeinsamer Nenner gefunden werden);
  • die Chance der täglichen Interaktion – diese ist kostenlos und das Philosophieren mit Kindern immer wertvoll;
  • die Erkenntnis, dass eine Entschleunigung des Kita-Alltages (weniger Angebote, Abweichen von festen Zeiten) helfen kann, trotz schwieriger Arbeitsbedingungen, eine partizipative Haltung/ Sprache zu leben;
  • die Feststellung, dass Partizipation mehr als bestimmte Angebote oder Projekte ist, sondern vielmehr eine Haltung, die vor allem über die Sprache deutlich wird;
  • die Frage, welche Strategien es gibt, Kinder mitwirken zu lassen;
  • Tipps und Methoden, wie z.B. offene W-Fragen stellen, den pädagogischen Dreischritt oder die 3-Schritt-Methode nach Prof. Dr. Hildebrandt;
  • die Frage, wie Partizipation auch bei Personalmangel gelingen kann (Anmerkung hierzu: Sie kann gut gelingen! Es kommt auf das „Wie“ an. Die Kinder können immer mit einbezogen werden, z.B. in Form von Fragen wie „Darf ich..“: „Darf ich dich wickeln?“ und „Darf ich das hier im Raum machen?“ (wenn die Fachkraft gerade alleine ist mit der Gruppe) oder „Dürfen die anderen mit in den Wickelraum kommen?“ – das funktioniert meistens);
  • die Feststellung, dass Partizipation eine gesetzliche Forderung ist.
    
Wir haben uns sehr über die Unterstützung von Herrn Epping gefreut, der durch sein Fachwissen und seine Praxiserfahrung sehr viele Fragen beantworten und Tipps zur Umsetzung geben konnte.
Wir haben Ihnen eine Sammlung von Links zusammengestellt, die im Rahmen der 8. KiTa-Lounge verteilt wurden und mit denen Sie sich zum Thema informieren können.
  
  

Einführungsvideo zur 8. KiTa-Lounge

  

Interview mit dem Praktiker in ganzer Länge der 8. KiTa-Lounge

 
     
In der 9. KiTa-Lounge zum Thema „Auf dem Weg zur inklusiven Kindertageseinrichtung – ein Transformationsprozess“ ging es u.a. um folgende Fragen:
  • Wie kann ein solcher Veränderungsprozess gestaltet werden?
  • Was muss dabei beachtet werden?
  • Wer sollte bei diesem Prozess alles beteiligt werden?
       
In der Talkrunde gewährten uns die Praxisexpert:innen Frau Mareike-Yasmin Rung (Pädagogische Fachkraft, Heilpädagogin sowie koordinierende Fachkraft als Heilpädagogin der Integrativo gGmbH) und Herrn Pascal Noack (Pädagogische Fachkraft mit einer heilpädagogischen Zusatzqualifikation der Integrativo gGmbH) dankenswerterweise Einblicke in ihre Arbeit. Der Schwerpunkt lag bei Kindern mit besonderem Förderbedarf, so dass in der Diskussionsrunde der Begriff der Inklusion nochmal in den Blick genommen wurde.
                       
Zu der Frage „Was bedeutet Inklusion?“ gab es u.a. folgende Stellungnahmen und Gedanken:
  • Vielfalt - Teilhabe - Barrieren abbauen - Chancengleichheit ermöglichen
  • Es ist normal verschieden zu sein
  • Offene Haltung, Wertschätzung, Akzeptanz, Respektvoller Umgang
  • Unterschiedliche Handlungsweisen und Möglichkeiten für unterschiedliche Bedürfnisse schaffen - "flexibles Denken"
  • Paradigmenwechsel: vom Bild der Integration zur Inklusion
  • Inklusion ist geschafft, wenn keiner mehr darüber spricht
    
  
  

Einführungsvideo zur 9. KiTa-Lounge

  

Interview mit den Praktiker:innen in ganzer Länge der 9. KiTa-Lounge

     
                                                          
Die Stärkung der Resilienz im Arbeitskontext – dieses Thema ist gewissermaßen ein „Dauerbrenner“. Im Kontext des Wegfalls von Corona-Schutzmaßnahmen ist das Miteinander wieder deutlich intensiver gewordenen und unter Umständen kommt es vermehrt zu Konflikten, sowohl unter den pädagogischen Fachkräften untereinander als auch in ihrem Umgang mit den Kindern.
Am 21.06.2022 stand die 10. Kita-Lounge erneut unter dem Motto stehen: „Resilienz bei pädagogischen Fachkräften - wie komme ich resilient durch den (Arbeits-)Alltag?“. Dieses Mal lag der Fokus ausschließlich auf dem interaktiv moderierten Austausch untereinander ohne Praxisexpert:innen.
                                                   
Neben dem Modell der Lebensbalancen nach Dr. Matthias Lauterbach als Inspiration zur gelingenden Selbstfürsorge standen u.a. Themen wie Reflexion des eigenen Verhaltens, Selbstschutzmechanismen und Impulse zur Verbesserung des eigenen Verhaltens im Zentrum des Austauschs. In Kleingruppen wurde zur Resilienz auf persönlicher Ebene anhand der Säulen/Schlüssel/Bausteine der Resilienz(stärkung) und im engen Kontext mit der pädagogischen Arbeit mit besonderem Blick auf das Team diskutiert und gegenseitig inspiriert. Neben Methoden zur gegenseitigen Wertschätzung wie Komplimente und Wertschätzungspostkarten für die Kollegin sowie gemeinsame teamstärkende Momente und der notwendige Blick auf die Selbstfürsorge lautete ein beispielhafter Tipp einer Teilnehmerin: Das Problem nicht weiter bewundern, sondern den Blick auf fünf positive Momente im Alltag lenken und diese notieren.
                                           
Wir stellen wir Ihnen hier gerne nochmal Literaturtipps und Links aus der 4. KiTa-Lounge zu Thema Resilienz zur Verfügung.
     
  

Einführungsvideo zur 4. KiTa-Lounge

    

Interview mit den Praxisexpert:innen in ganzer Länge der 4. KiTa-Lounge

    
                                                 
Funktionierende Netzwerke spielen in der heutigen Zeit eine immer größere Rolle. Verbunden mit dem Vernetzungsgedanken ist die Idee eines fachlichen Austauschs, gegenseitiger Unterstützung sowie die Entwicklung neuer Angebote. Auch die Zusammenarbeit innerhalb von Kommunen findet vielfach in lokalen Netzwerken statt, beispielsweise zum Thema frühkindliche Bildung. Gemeinsam mit den Berliner Praxisexpertinnen
  • Christiane Börühan, Koordination Frühe Bildung in der Familie und Koordinierungs- und Netzwerkstelle im Bundesprogramm "Kita-Einstieg" in Berlin Friedrichhain-Kreuzberg, AWO Berlin Spree-Wuhle e.V. sowie
  • Sabrina Putschandl, Pädagogische Koordination Familienbildung, RAA Berlin e.V. und ehemalige Netzwerkkoordination im Bundesprogramm "Starke Netzwerke Elternbegleitung für geflüchtete Familien"
haben wir in der 11. KiTa-Lounge am 20.09.2022 die Grundlagen erfolgreicher Netzwerkarbeit beleuchtet.
                       
Unter den Teilnehmenden gab es große Einigkeit darüber, dass gemeinsames Arbeiten besser funktioniert, als für sich alleine zu "kämpfen", und dass in der Netzwerkarbeit vor allem die gegenseitige Anregung und der Austausch eine große Rolle spielen. Zusätzlich kann ein Netzwerk aber auch dabei helfen, organisatorische Aufgaben aufzuteilen oder Ressourcen miteinander zu teilen.
Während der KiTa-Lounge haben wir uns auch mit der Frage beschäftigt, wie man ein Netzwerk aufbaut bzw. aufrechterhalten kann. Sinnvoll sind die Analyse und Nutzung vorhandener Strukturen und der Blick auf Möglichkeiten und Notwendigkeiten in der eigenen Region. Im Falle eines noch aufzubauenden Netzwerkes sind nach Erfahrung der Teilnehmenden Ausdauer und „Klinken putzen gehen“ erforderlich.
„Netzwerke sind oft kleiner als gedacht“ – so ein Resümee des Abends - und besitzen viel Potenzial, mit der Zeit zu wachsen.
                                               
Wir stellen wir Ihnen hier gerne nochmal Literaturtipps und Links aus der 11. KiTa-Lounge zum Thema Netzwerkarbeit zur Verfügung.
                     
  

Einführungsvideo zur 11. KiTa-Lounge

    

Interview mit den Praxisexpertinnen in ganzer Länge der 11. KiTa-Lounge

    
Sowohl Aufgaben als auch Herausforderungen in den Kitas gestalten sich als immer komplexer und anspruchsvoller. Auch vor diesem Hintergrund wird gelingendes Arbeiten im Team immer wichtiger. In der 12. Kita-Lounge wurde diskutiert, was ein gutes Arbeiten im Team ausmacht, wie Teamprozesse gestaltet werden können, welche Rollen es in einem Team gibt und wie Wissenstransfer innerhalb eines Teams geschaffen werden kann.
Wir haben uns besonders über die fachliche Expertise unseres Gastes Herrn Picha gefreut, der zu den aufkommenden Fragen Stellung bezog und hilfreiche Tipps für die Praxis gegeben hat. Die Teilnehmenden haben sich intensiv über eigene Erfahrungen in ihren Teams ausgetauscht und schwierige Aspekte dabei miteinander geteilt.
                      
Gute Teamarbeit hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. In der Kita-Lounge wurden einige davon angesprochen und diskutiert:
  • Ein Statement hieß: „Beziehung vor Sache!“. Die Beziehung zwischen den Teammitgliedern sollte immer geklärt sein, bevor gemeinsam an einer Sache gearbeitet wird bzw. werden kann. Ist im Team nicht geklärt, wie die Teammitglieder miteinander arbeiten, weiche das Arbeiten oft von der Sache ab.
  • Jede Person im Team sollte sich darüber bewusst sein, welche Rolle sie im Team einnimmt.
  • Die Qualität der Teamarbeit hängt von allen Beteiligten ab. Im Austausch wurde konstatiert, dass alle pädagogischen Fachkräfte, die Leitung und auch der Träger Teil des Teams seien.
  • Teamsitzungen sind ein wichtiger Zeitpunkt in der Teamarbeit und sollten sich an die Bedürfnisse der Teammitglieder anpassen. Teamsitzungen sollten regelmäßig in Hinblick auf Gestaltung und Ziel überprüft werden. Die Beziehungsebene zwischen Teammitgliedern kann auch in diesem Rahmen gefördert werden (z. B. methodisch, durch kleine Rituale).
  • Supervision ist ein hilfreiches Instrument zur Klärung von Problemen im Team. Eine regelmäßige Supervision ist empfehlenswert.
                           
Wir stellen wir Ihnen hier gerne Literaturtipps und Links aus der 12. KiTa-Lounge zum Thema Teamarbeit zur Verfügung.
                     
  

Einführungsvideo zur 12. KiTa-Lounge

    

Interview mit der Praxisexpertin und dem Praxisexperten in ganzer Länge der 12. KiTa-Lounge

    
                           
Wie schon in der 12. Kita-Lounge haben wir uns auch dieses Mal dem Thema „Arbeiten im Team“ gewidmet. Vertieft wurden Aspekte, die beim letzten Mal besondere Anliegen waren. Unter der Überschrift „Wie kann gutes Arbeiten im Team gelingen?“ haben wir uns in der 13. KiTa-Lounge vor allem mit den Fragen befasst:
  • Wie kann der Umgang mit „schwierigen“ Kolleg:innen gelingen? und
  • Wie kann Teamarbeit gestaltet werden? (bspw. in Dienstbesprechungen)
                       
Wertvolle Impulse gab dabei unser Praxisexperte Herr Ottmar Oestreich, der auch als Berater, Supervisor, Coach und Seminarleiter tätig ist. Ottmar Oestreich ist Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Supervision (DGSv) sowie der Regionalgruppe Supervision und Coaching Dresden.
                          
Im Folgenden ein kleiner Einblick in den Austausch:
Die Aussage „Wertschätzung ist das Schmierfett für gute Teamarbeit.“ und die Frage „Fühle ich mich wohl im Team?“ waren von Bedeutung bei dem Austausch um die Themenkomplexe Selbstreflexion, Veränderung und Kommunikation.
In Situationen oder bei Themen, in/zu denen Arbeitskolleg:innen Widerstände zeigen, sei es wichtig, die Auftragsebene zu klären - und dies losgelöst von den Kolleg:innen einerseits und der eigenen Haltung andererseits. Häufig seien Auftrag und Rolle im Team nicht klar. Wenn diese klar sind, schließe sich die Frage an: “Ist das, was ich tun soll auch das, was ich tun möchte?“ Dies sei oft nicht der Fall und führe zu Konflikten. Hier sei es Aufgabe der Leitung, eine Übereinstimmung herbeizuführen.
Zum Thema Dienstbesprechungen tauschten sich die Teilnehmenden über verschiedene Umsetzungsmodelle aus, plädierten u. a. für ein „Auslagern“ organisatorischer Themen, damit innerhalb der Besprechungszeit ein Austausch zu Inhalten stattfinden kann.
Darüber hinaus wurde als besonderes Beispiel die Wahl einer Vertrauensfrau aus dem Team genannt, die in geheimer Schriftwahl gewählt wird und „heikle“ Angelegenheiten vom Team bzw. Teammitgliedern an die Leitung transportieren kann.
Im Rahmen der 13. Kita-Lounge wurden weitere Tipps und Methoden ausgetauscht, die wir im Folgenden in einer Linkliste für Sie aufgelistet haben.
Darüber hinaus möchten wir auf Interview, Links und Tipps zur 12. KiTa-Lounge ebenfalls zum Thema „Gutes Arbeiten im Team“ hinweisen.
                                    
Wir stellen wir Ihnen hier gerne Literaturtipps und Links aus der 13. KiTa-Lounge zum Thema Teamarbeit zur Verfügung.
Außerdem finden Sie in der Linkliste der 12. Kita-Lounge weitere spannende Link- und Literaturtipps zu dem Thema.
                     
  

Einführungsvideo zur 12. KiTa-Lounge

    

Interview mit der Praxisexpertin und dem Praxisexperten in ganzer Länge der 12. KiTa-Lounge

    
                       
„Kommunikation mit Eltern“ – „Must haves“ und „No Gos“- das war das Thema der 14. KiTa-Lounge am 21.02.2023 mit den Praxisexpertinnen Annette Märker (Pädagogin, Familientherapeutin, Marte Meo-Therapeutin) und Goska Soluch (Sozialwissenschaftlerin, Trainerin, Referentin, Supervisorin).
Mit den einleitenden Worten „Diversität beginnt mit dir.“ und „lösungsorientiert, ressourcenorientiert, sich mit Menschen auf den Weg machen.“ begann mal wieder eine sehr spannende und austauschreiche KiTa-Lounge. Im Kern ging es um dialogische Haltung in der Kommunikation.
Die Praxisexpertinnen gaben eine kleine Einführung in das Schwerpunktthema und definierten eine dialogische Haltung als perspektivoffen und diversitätssensibel. „Mir ist bewusst, dass mein Bewusstsein nur ein Bruchteil der Wahrheit ist.“ Außerdem wurde klar, dass aktives Zuhören wichtig ist und die Haltung angenommen werden sollte, dass die Lösung in jeder Person selbst liege. „Beratende“ (oder besser: „Begleitende“) könnten lediglich Impulse setzen. Ratschläge seien wenig hilfreich, da sie eine Kommunikation auf Augenhöhe verhindern (und den Ratgebenden in eine sich erhöhende Position setzen).
Um eine von der eigenen Interpretation beeinflussten Gesprächshaltung abzubauen, sollte versucht werden, Settings so aufzubauen, dass man selber nicht interpretiert. Geeignet seien bspw. Settings von Mediationsverfahren und der Aufbau von Konfliktlösungsgesprächen.
Weitere Tipps, die beim Austausch aufgekommen sind:
  • Nicht „Warum?“, sondern „Wofür?“:
    „Warum macht stumm.“ (drängt das Gesprächsgegenüber potenziell in eine Rechtfertigungshaltung)
    „Wofür?“ fragt nach dem Bedürfnis, das hinter jedem Verhalten steckt.
  • Indem wir Lösungen (ungefragt) anbieten, überschreiten wir die Grenzen der anderen. Von daher sollte es ein echtes Angebot sein: „Möchtest du das hören?“, das auch abgelehnt werden darf und dessen Ablehnung akzeptiert wird.
  • Hilfreich ist eine „komplette Verabschiedung“ von dem Gedanken, dass wir schon Lösungen für die andere Person parat haben. Das verhindert ein aktives Zuhören und manipuliert die Gesprächsführung (in Richtung der eigenen vorgefertigten Lösung). Mut zu mehr eigener Gelassenheit!
  • Fragen stellen wie „Was brauchen /wünschen Sie?“;
    „Aufklären statt belehren“ in Verbindung mit Fragenstellungen wie „Was brauchen /wünschen Sie?“ – das hilft auch in Gesprächen mit Eltern, die ganz andere Ansichten haben als die pädagogischen Fachkräfte;
  • Eigene vorgefertigte Bilder erschweren einen Perspektivwechsel: in der Reflexion, bei dem Erforschen von Gründen bestimmter Verhaltensweisen wiederholt nach „und…und….und“ fragen.
  • Eigene „Bilderinventur“ machen, eigene Anteile (er)kennen, Selbstreflexion.
  • 3-lösungsorientierte-Fragen-Modell bei Problemen:
    • Was hast du? (Problembezug)
    • Was brauchst du?
    • Was tust du?
      => an die Person abgeben
                                  
Wir stellen wir Ihnen hier gerne Literaturtipps und Links aus der 14. KiTa-Lounge zur Verfügung.
                    
                            
Armut geht uns alle an. Die Armut von Kindern ist ein großes strukturelles Problem. In Deutschland ist aktuell mehr als jedes fünfte Kind von Armut bedroht. Auch im KiTa-Alltag spielen das Thema Armutssensibilität und der Umgang mit Kindern aus unterschiedlichen finanziellen Hintergründen eine große Rolle.
In der 15. KiTa-Lounge haben die beiden Praxisexpertinnen Frau Petra Tiedtke (Kita-Leitung) und Frau Katja Machnow (zusätzliche Fachkraft „Sprach-Kitas“) von der Kita Treptower Straße in Berlin-Neukölln einen Einblick in ihr Kita-Konzept gegeben und aufgezeigt, wie man einen vielfältigen und gleichberechtigten Alltag in der Kita umsetzen kann.
Vielfalt setzt bereits beim Team an: Die Kolleg:innen bringen ihre jeweiligen Erfahrungen und verschiedenen Perspektiven mit ein. In der Arbeit der Fachkräfte liegt ein Fokus auf der Elternarbeit und darin diese zu unterstützen und mögliche Schwierigkeiten im Alltag zu klären. Hierfür bedarf es einer offenen Kommunikation und der Einstellung, dass man alle Eltern so annimmt, wie sie sind – frei von Vorurteilen und mit einer Offenheit gegenüber unterschiedlichen Kulturen und Lebensgeschichten.
Im Austausch berichteten viele der Teilnehmenden von ihren Erfahrungen mit dem Thema Armut in ihrer Kita, v. a. hinsichtlich der Aspekte Essen und Kleidung. Es wurde darüber diskutiert, wie diesbezüglich die Kommunikation und Unterstützung der Eltern gelingen kann.
Einige der Teilnehmenden berichteten von verschiedenen Landesprogrammen, die die Sozialarbeit in Kitas fördern. (Hier werden zum Beispiel zusätzliche Fachkräfte eingestellt, um bei Unterstützung der Eltern und Kinder zu helfen. Weitere Infos dazu finden Sie in unseren Linktipps.)
                              
Während der KiTa-Lounge wurden viele praktische Ideen unter den Teilnehmenden ausgetauscht, wie Kinder und Familien, die in Armut leben, im KiTa-Alltag unterstützt und wie Unterschiede unter den Kindern vermindert werden können:
  • Tauschschrank (Kleidung, Dinge, Bücher,Spiele)
  • Kleidertauschbörsen
  • Mitfahrgelegenheiten
  • Eltern bei Gesprächen Anträge und unterstützende Materialien geben/sie darüber informieren
  • Begleitung bei Amtsgängen oder Hilfe beim Ausfüllen von Formularen/Anträgen
  • Hilfe zur Selbsthilfe à gemeinsam mit den Eltern arbeiten, sie unterstützen, ihnen aber dennoch nicht alles abnehmen
  • Schulung von Eltern zu Guides/Lots:innen, die wiederum andere Eltern unterstützen können
  • gesponsorte Essenslieferung von regionalen Lebensmittelanbieter:innen (EU-Schulprogramm)
  • Frühstück kostenfrei anbieten
  • Eltern können Obst/Gemüse auf einen Teller legen und wird den Kindern in der Küche bereitgestellt
  • Elterncafe mit kostenfreiem Frühstück (auch über EU-Schulprogramm finanziert)
  • Mit Eltern über gesunde Ernährung sprechen, mit Eltern gemeinsam Frühstücke/Picknicks/etc. organisieren
  • Kein Zwang bei Geburtstagsfeiern etwas mitzubringen, lieber Kuchen zusammen mit Kindern in der Kita backen etc.  
                      
Wir stellen wir Ihnen hier gerne Linktipps aus der 15. KiTa-Lounge zur Verfügung.
                                        
„Studien zeigen, dass der Familie als wichtigem Bildungsort für Kinder eine stärkere Gewichtung und eine nachhaltigere Wirkung zukommen als der Kindertageseinrichtung. Deshalb nimmt die verantwortungsbewusste Zusammenarbeit mit Familien zu recht in der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung eine bedeutsame Rolle ein und gilt als ein wichtiges Qualitätsmerkmal.“ Eltern und pädagogische Fachkräfte gehen eine Erziehungspartnerschaft ein, die nur mittels intensiver Zusammenarbeit und regem Austausch über das Verhalten und die Entwicklung des Kindes erreichbar ist. Neben Kind-spezifischen Themen wie der Alltagsgestaltung mit Kindern oder Unsicherheiten in der Erziehung ist es auch wichtig, dass Familien in anderen herausfordernden Situationen wie dem Stellen von Anträgen, Beantragen von Geldern und oder Finden von Anlaufstellen rund um Familie oder private Probleme Unterstützung durch pädagogische Fachkräfte erhalten. Hier bedarf es einer vertrauensvollen Beziehung und einer offenen Kommunikation.
Bei dem hohen Arbeitsaufkommen, das im Kita-Alltag normal ist, kann es jedoch für Kita-Leitung und -Fachpersonal schwierig sein, die Zusammenarbeit mit Familien in diesem Umfang zu bewerkstelligen. Ein dafür unterstützender Ansatz, der gerade in mehreren Bundesländern finanziert wird (und zwar in Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin, Hessen (nur lokal, bspw. in Kassel), Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern), ist die Kitasozialarbeit.
Kitasozialarbeiterinnen und Kitasozialarbeiter sollen mehr Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit schaffen, „indem sie unterschiedliche Ressourcen und Bedarfe von Kindern und Familien erkennen, diese nutzen und angehen“ (IBEB, 2021, S. 5). Hierbei sollen vor allem sozial benachteiligte, insbesondere von Armut betroffene oder bedrohte Familien unterstützt werden und eine frühzeitige Prävention stattfinden.
Als Praxisexpertinnen zu diesem Thema stellten sich für die 16. Kita-Lounge Anja Deus und Veronika Schmitt dankenswerterweise zur Verfügung. Anja Deus ist Dipl.-Pädagogin und arbeitet als zusätzliche Fachkraft des Bundesprogramms ‚Sprach-Kitas‘ in der Katholischen Kindertagesstätte St. Martin. Veronika Schmitt ist als Kitasozialarbeiterin tätig beim Caritasverband Westerwald-Rhein-Lahn e.V. Sie betreut fünf Kitas in Braubach und Lahnstein, unter anderem die Katholischen Kindertagesstätte St. Martin. Sie haben Einblicke in ihre Arbeit gegeben und offene Frage geklärt.
                                   
Außerdem tauschten sich die Teilnehmenden in Kleingruppen über folgende drei Fragen aus und kamen zu folgenden Ergebnissen:
                            
Einige vertrauensbildende Maßnahmen können sein:
  • Kontakt zu den Eltern auf Augenhöhe aufbauen
  • Vertrauen aufbauen (braucht Zeit)
  • den Eltern täglich ein positives Feedback zu ihrem Kind geben
  • Eltern mit Vornamen ansprechen (persönliche Beziehung aufbauen)
  • mit einem offenen Ohr den Eltern gegenübertreten
  • Eltern wertschätzen
  • Vertrauen schaffen durch Elterncafés (zum Beispiel auch mit einem bestimmten Thema), Elterntreffs, durch Smalltalk-Gespräche mit den Eltern in Kontakt treten
Und hinzukommt, dass Kitasozialarbeit sowohl vom Team und als auch von den Eltern angenommen werden muss.
Einige Maßnahmen hierfür können sein:
  • in Tür und Abholsituation Fragen stellen
  • Spaziergang mit Eltern (sehr niederschwellig, wenn keine Anmeldung erforderlich ist)
  • gemeinsamer Frühjahresputz, Wanderungen und Spieleabende mit Eltern o. ä. (=> Angebote schaffen)
  • Angebote, bei denen Eltern und Kinder etwas gemeinsam machen
  • Themenbezogene oder offene Elterncafés
  • Kulturvermittlung durch Feste und Feiern
  • Regelmäßige Kommunikation mit den Eltern über einen E-Mail-Verteiler
  • Rücksprachen mit den Elternvertreter:innen halten, die ihrerseits die Kommunikation zum Thema mit den anderen Eltern übernehmen? (zum Beispiel über Messenger-Dienste)
Einige Hilfen und Unterstützungsstrukturen können folgende sein:
  • Dolmetscher:innen-Pool der Stadt
  • Familienbegleiter:innen
  • Nutzung von Übersetzungsdiensten für Gespräche, Informationsvermittlung und Dokumentation
  • Care- App in verschiedenen Sprachen
  • Aufbau eines guten Netzwerkes (zum Beispiel eine Gruppe ortsansässiger pädagogischer Fachkräfte, die sich regelmäßig trifft)
  • verschiedene Kooperationspartner:innen wie Erziehungsberatungsstellen, Schuldnerberatung, Koordinierungsbüros oder Ämter zur Unterstützung von Familien
                             
Wir stellen wir Ihnen hier gerne Linktipps aus der 16. KiTa-Lounge zur Verfügung.
Im Kita-Alltag treffen viele Kinder mit diversen Familienleben aufeinander: Eltern oder Kinder können unterschiedliche Geburtsorte haben, verschiedene Kulturen ausleben, Religionen praktizieren, aber auch Sprachen sprechen. Um allen Beteiligten die Möglichkeit zu geben, sich in den Kita-Alltag einzubringen und wohlzufühlen, müssen diese Unterschiede respektiert und geschätzt werden. Dazu gehört in besonderem Maße die Sprache. Erst wenn Eltern und Kinder verstehen, was im Kita-Alltag gerade wichtig ist und was innerhalb der Gruppen passiert, werden sie ein Teil davon.
Durch mehrsprachige Bilderbücher, mehrsprachige Aushänge oder Übersetzungs-Apps gibt es viele Möglichkeiten, Mehrsprachigkeit mit in den Kita-Alltag einzubeziehen.
In der 17. Kita-Lounge wurden Gute-Praxis-Beispiele der Inklusion von Mehrsprachigkeit geteilt und Herausforderungen bei der Umsetzung einer inklusiven mehrsprachlichen alltagsintegrierter Bildung in der pädagogischen Arbeit diskutiert. Frau Sabine Naubereit (zusätzliche Fachkraft „Sprach-Kitas“) und ihre Kollegin Kristin Schultze (staatlich anerkannte Erzieherin) aus der bilingualen Kita „Kleiner Globus“ in Dresden unterstützen den Austausch mit ihrer fachlichen Expertise und berichteten aus ihrem Kita-Alltag. 
Zunächst wurden Erfahrungen und Ideen geteilt, wie Mehrsprachigkeit in den Kita-Alltag integriert werden kann. Ein Thema, welches vertieft besprochen wurde, war die Frage, welche Sprache von Kindern in der Kita gesprochen werden soll, deren Familiensprache nicht Deutsch ist. Hierzu wurden Meinungen geäußert und aus Erfahrungen gesprochen. Daraufhin wurden weitere Argumente zum Thema Übergang in die Schule gesammelt.
                         
Es wurden Erfahrungen und Ideen geteilt, wie Mehrsprachigkeit in den Kita-Alltag integriert werden kann:
  • Familienbibliothek
    • Mehrsprachige Bücher können in der Kita/in der Familienbibliothek ausgeliehen werden
    • Familienbibliothek ist auch ein Ort, um Bücher anzugucken bzw. wo Eltern in Ruhe ihrem Kind vorlesen können
  • Vorlesewoche
    • Eltern lesen allen Kita-Kindern in ihrer Sprache vor
    • Auch Kinder, die die Sprache nicht sprechen, hören zu
  • Sprache des Monats: unterschiedliche Länder/Kulturen/Sprachen werden jeden Monat vorgestellt
  • Videos in unterschiedlichen Sprachen (z. B. gesungene Lieder) aufnehmen und auf Tablets in der Kita laden
  • Übersetzung der Elternbriefe: Informationen werden in App geladen und Eltern können sich diese in jede Sprache übersetzen lassen (Vorschläge für Übersetzungs-Apps gibt es in den Linktipps)
  • Beteiligungsformate für Familien (mit sprachlichen Barrieren):
    •  Elterncafé
    • Gemeinsames Kochen
    • Interkulturelle Feste
    • Eltern mitnehmen auf Ausflüge
    • Eltern mit in den Kita-Alltag nehmen
    • Eltern als Vorlesepaten nutzen
    • Nach den Vornamen der Eltern fragen
    • Zeigen, dass man Interesse für das Kind/die Eltern hat
    • Eltern sollten sich und ihre Kultur/Sprache repräsentiert sehen
Ein weiteres Thema, welches vertieft besprochen wurde, war die Frage, welche Sprache von Kindern in der Kita gesprochen werden soll, deren Familiensprache nicht Deutsch ist. Folgende Meinungen wurden dazu im Gespräch geäußert:
  • Wichtig ist, dass Familiensprache(n) zu Hause gesprochen wird
  • Kinder können sich in ihrer Herzenssprache/Familiensprache emotional besser ausdrücken
  • die Erstsprache ist ein Ausdruck kultureller Identität
  • Alle Sprachen müssen Willkommen sein 
  • Es sollte keine Verpflichtung geben, Deutsch zu sprechen
  • Auch Eltern müssen mit ihren Kindern in der Familiensprache sprechen dürfen
  • Kinder werden in Freizeit und Alltag Deutsch lernen, auch wenn sie zu Hause eine andere Sprache sprechen
  • Mit Eltern über das Thema sprechen und herausfinden, weshalb es für sie wichtig ist, Deutsch zu sprechen (Eltern haben oft einen Druck von außen, Deutsch zu sprechen)
  • Eltern können Kindern erklären, warum eigene Familiensprache wichtig
  • Je besser die Sprachentwicklung in den Familiensprachen, desto leichter fällt Kindern in der Regel auch das Erlernen der deutschen Sprache
  • Bei Kindern, die nicht so gut sprechen: Druck rausnehmen, Zeit lassen
  • Wichtig ist, dass das Vertrauen und die Bindung zwischen Kind und Erwachsenen, dann sind Kinder auch bereit zu lernen
Zum Thema Übergang in die Schule von Kindern, deren Famileinsprache nicht Deutsch ist, wurden daraufhin noch weitere Argumente gesammelt:
  • Deutsch sollte mitgegeben werden in dem im Kita-Alltag mit Kindern u. a. Deutsch gesprochen wird
  • Kinder werden Deutsch lernen und in der Schule zurechtkommen, wenn sie das müssen
  • Treffen mit deutschsprachigen Kindern auf dem Spielplatz oder sprachlichen Input durch andere Kinder mit Deutsch als Erstsprache in der Kitagruppe
  • Alltagsintegrierte Sprachbildung
                  
Wir stellen wir Ihnen hier gerne Linktipps aus der 17. KiTa-Lounge zur Verfügung.
Ein Kitateam setzt sich mit den unterschiedlichsten Themen auseinander. Wann, wo und wie dies geschieht – dafür gibt es zahlreiche Möglichkeiten und Methoden, die sich in der Regel ergänzen. Eine beliebte Methode ist die schriftliche Umfrage per Fragebogen. Sie kann, gerade in großen Einrichtungen, Zeit sparen und sehr effektiv sein. Sie beinhaltet jedoch auch „Stolpersteine“: Unkonkrete Fragestellungen, fehlende Ansprache der Kolleg:innen und anderes können zu unzufriedenstellenden Ergebnissen und Frustration seitens der/des Befragenden führen.
In der 18. KiTa-Lounge erläuterte der Praxisexperte Dr. Csaba Kurucz (Diplom-Soziologe und Sozialarbeiter, M. A.) Möglichkeiten und Herausforderungen einer schriftlichen Befragung. In seinem Impulsvortrag stellte er den Prozess von der Planung über die Durchführung bis hin zur Auswertung dar und veranschaulichte beispielhaft, wie ein Fragebogen aufgebaut und Fragen formuliert werden sollten.
Die Präsentation zum Impulsvortrag können Sie sich hier herunterladen.
                          
In der Austauschrunde wurden weitere Methoden  aus der Praxis erläutert, mit denen Themen im Team angeregt und bearbeitet werden, z. B.:
  • World Cafe
  • Kloplakate -> selbstgestaltete Plakate mit Informationen auf der Toilette (Wissen To-Go), Plakate können auch verteilt in der Kita hängen z. B. im Flur, im Küchenschrank, im Treppenhaus etc.
  • Kleingruppenarbeit
  • Klebepunkte, um ein Meinungsbild einzuholen -> Plakat mit Ideen im Flur und Klebepunkte zum Verteilen (bzw. Stift zum Punkt malen) für z. B. Abfrage unter Eltern oder Ideen zu Teamtagen
  • Kopfstandmethode, um Themen im Team zu bearbeiten -> die eigentliche Fragestellung wird gegenteilig formuliert (z. B. „Wie können wir Eltern beteiligen“ wird zu „Wie können wir Elternbeteiligung so gering wie möglich halten“) -> ins Gegenteil verkehrte Vorschläge werden dann wieder ins Positive umgekehrt
                        
Als eine der größten Herausforderungen für funktionierende Abfragen bzw. Beteiligung wurde Zeitmangel genannt. Im Kita-Alltag kann es schwierig sein, neben all den anderen Aufgaben hierfür zusätzlich Zeit einzuplanen. Ein Vorschlag einer Teilnehmerin war daher, alle Abfragen oder Möglichkeiten der Beteiligung als Teil von Teamsitzungen einzuplanen.
Falls an Abfragen nicht teilgenommen wird, kann man sich als befragende Person auch ein Feedback dazu einholen, warum die Kolleginnen und Kollegen sich gerade damit schwertun.
                      
Wir stellen wir Ihnen hier gerne Linktipps aus der 18. KiTa-Lounge zur Verfügung.
Am 11.10.2023 fand die 20. KiTa-Lounge „KiTa-Lounge Sprach-Kitas“ statt. Anfang Juli 2023 wurde das Bundesprogramm Sprach-Kitas in die Verantwortung der Länder übergeben, und im gemeinsamen Lounge-Austausch wurde nun ein Blick darauf geworfen, wie die an der KiTa-Lounge teilnehmenden Einrichtungen strukturell aufgestellt sind. Darüber hinaus wurden aktuellen Anliegen thematisiert sowie ein Abfrage zur Ausgestaltung des „KiTa-Lounge: Sprach-Kitas“-Formats gemacht (dieses wird zukünftig zusätzlich zur regulären, themenorientierten KiTa-Lounge angeboten unter dem Namen „Sprach-Kita-Lounge“; mehr hierzu in Kürze).
Hinsichtlich der Frage, inwiefern es derzeit in der eigenen Einrichtung eine strukturierte Vorgehensweise zur Umsetzung von Sprach-Kita-Themen gebe, antworteten 30% der Teilnehmenden, dass sie eine gute Struktur hätten, 50% „Teils, teils – einige Dinge laufen strukturiert, andere (noch) nicht“, bei 19% gebe es keine Kita-interne Struktur. Deutlich wurde, dass noch eine große Unklarheit darüber besteht, wie landesspezifische Vorgaben - sowohl inhaltlicher als auch struktureller Art - aussähen.
Die Arbeit der zusätzlichen Fachberatungen entfiele vielerorts, und anwesende Fachberatungen, die weiterhin im Kontext Sprach-Kitas berieten, bekämen keine weitere aktuelle inhaltliche Qualifizierung.
Hinsichtlich der Frage nach aktueller Zuständigkeit für SPK-Themen antworteten Teilnehmende zu 88%: „Zusätzliche Fachkraft bzw. Funktionsstelle“, zu 10%: „Ein:e Kolleg:in“, zu 21%: „Mehrere Kolleg:innen gleichzeitig“, 1%: „Mehrere Kolleg:innen im Rotationsverfahren“ und zu 49%: „Kitaleitung“. Mehrfachnennungen waren möglich, und es wurde bestätigt, dass es sich häufig um die Fortsetzung der Tandemstruktur handele.
An dieser Stelle sei deutlich darauf hingewiesen, dass es sich bei diesen Angaben nicht um eine repräsentative Abfrage handelt!
Ein Austauschbedarf bestand hinsichtlich folgender Themen: generelle Vorgaben von Ländern, Verbleib der zusätzlichen Fachkräfte aus dem Bundesprogramm (hier wurde vermehrt angegeben, dass diese häufig im Gruppendienst eingesetzt würden), Eingruppierung und Gestaltung von Arbeitskreisen.
Die Teilnehmenden wünschen sich für die „KiTa-Lounge: Sprach-Kitas“ zunächst die Möglichkeit von länderspezifischen Breakout-Rooms. Dieser Wunsch wird aufgenommen und in der nächsten Sprach-Kita-Lounge umgesetzt.
                      
Wichtige Anmerkung:
Die „KiTa-Lounge: Sprach-Kitas“  bzw. „Sprach-Kita-Lounge“ führen wir in dem Ihnen bekannten und vertrauten moderierten Austausch-Format durch. Mit Beendigung des Bundesprogramms „Sprach-Kitas“ zum 30.06.2023 endete jedoch die Zuständigkeit der Stiftung SPI als Servicestelle für die künftige fachlich-inhaltliche Begleitung. Durch die Übernahme der Bundesländer ab dem 01.07.2023 ist nun Ihr Bundesland für die Steuerung und Umsetzung der Sprach-Kitas zuständig. Insofern wird es keinen „übergeordneten“ Überblick über aktuelle Ländervorgaben oder sonstige Informationen dieser Art von Seiten der Stiftung SPI geben können. Sie sind jedoch herzlich eingeladen, Ihre Expertise mit Blick auf Ihr Bundesland und die dortige Umsetzung der Sprach-Kitas mit einzubringen.
Im Arbeitsalltag kann es immer mal wieder zu Situationen kommen, die einen unbefriedigt oder auch ratlos zurücklassen, einen weiterhin beschäftigen und die man gerne im Team besprechen würde. Für so eine Situation kann die kollegiale Fallberatung das passende Instrument sein.
In der KiTa-Lounge „Kollegiale Fallberatung“ am 23.11.2023 wurde die die Methode der kollegialen Fallberatung von unserem Praxisexperte Ottmar Oestreich vorgestellt. Ottmar Oestreich ist u. a. als Berater, Supervisor, Coach und Seminarleiter tätig sowie Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Supervision (DGSv) und der Regionalgruppe Supervision und Coaching Dresden.
                      
Die Präsentation der KiTa-Lounge können Sie sich gerne zum Nachlesen herunterladen. Sie beinhaltet die Stichpunkte des theoretischen Inputs. Sie können diese gerne als Grundlage nutzen, um sich über die Methode zu informieren und sie eventuell selbst in Ihrem Team anzuwenden.
                      
Einige Teilnehmende hatten schon eigene Erfahrungen mit der Methode und haben diese geteilt:
  • Am besten funktioniere die Methode, wenn sich möglichst viele der Beraterinnen und Berater einbringen. Es sollten nicht immer nur einzelne wenige zu Wort kommen.
  • Die Falleinbringerin oder der Falleinbringer profitiere von der Gruppenintelligenz.
  • Die Methode hat eine klare Struktur und richtet den Fokus auf ein Thema. Es sollte darauf geachtet werden, davon nicht abzuschweifen.
  • Die Lösungsvorschläge am Ende können auch kreativ und unkonventionell sein.
  • Die Methode kann der Falleinbringerin oder dem Falleinbringer eine neue Perspektive auf die Situation bieten. Dies könne vor allem dann sehr hilfreich sein, wenn man sich schon lange mit der Situation beschäftige.
  • Der Fall oder die Situation muss sich nicht unbedingt auf ein Kita-Kind beziehen. Die Methode sei für verschiedene Situationen im beruflichen Kontext geeignet. Eine kollegiale Fallberatung sei allerdings nicht geeignet, wenn es sich um Schwierigkeiten im Team handele, da hier alle Beteiligten im „Fokus“ stünden.
                        
Im zweiten Teil der KiTa-Lounge wurde eine exemplarische kollegiale Fallberatung im Plenum durchgeführt. Eine Teilnehmerin brachte dankenswerterweise einen Fall ein, der sie selber betraf. Sie nahm die Rolle der Falleinbringerin ein, drei weitere Teilnehmerinnen schlüpften in die Rolle der Beraterinnen. Unser Praxisexperte Ottmar Oestreich übernahm die Moderation, die übrigen Lounge-Teilnehmenden waren „stille Beobachter:innen“. Der Fall wurde im Format der kollegiale Fallberatung besprochen, soweit dies der zeitliche Rahmen zuließ.
                        
In einer anschließenden Abschlussrunde im großen Plenum reflektierten alle Teilnehmenden gemeinsam das Besprochene und die Methode.
                 
                           
Unterlagen zur Nachbereitung können Sie hier herunterladen. Sie finden die Folien zum theoretischen Input von Herrn Grohmann sowie Materialien von einer Teilnehmerin, die Ihnen bei einem Gespräch mit Eltern behilflich sein können. Diese wurden uns dankenswerterweise zur Verfügung gestellt.
                           
Die Methode wurde an einem Beispiel aus dem Plenum veranschaulicht. Das „Heiße Eisen“ war die Frage, wie eine Fachkraft mangelnde Hygiene in der Familie bzw. des Kindes ansprechen kann. Die Teilnehmenden überlegten gemeinsam, welche Aussagen sie je Schritt treffen könnten:
                                
Neben diesem konkreten Beispiel wurden unter den Teilnehmenden auch weitere Tipps und Handlungsempfehlungen ausgetauscht, die in verschiedenen Situationen angewendet werden können:
  • Manche Dinge können auch mit Humor angesprochen werden: Hast Du wieder deine Rollschuhe an? statt: Du rennst, und wir sagen den Kindern immer, dass sie nicht rennen sollen.
  • Bei wiederkehrenden Dingen, die der Fachkraft selbst unangenehm sind, kann man ein unauffälliges Handzeichen als Signal vereinbaren.
  • Bei Beobachtung von übergriffigem Verhalten hilft es, sich im Gespräch auf die Verhaltensampel des deutschen Kinderschutzbundes zu beziehen.
  • Wörter wie „aber“ vermeiden. Das Wort „aber“ kann das Gefühl auslösen, dass das vorher Gesagte nichts wert ist. Stattdessen z.B. „parallel dazu“ verwenden (wenn es passt).
  • Bei schwierigen Gesprächen innerhalb des Teams ist es hilfreich, wenn es Vertrauenserzieher gibt, mit denen man in den Austausch gehen kann, bevor es an die Leitung geht.
  • Übergriffiges Verhalten wird der Leitung gemeldet und auf Leitungsebene geklärt.
  • Formulierungen (z. B. die 3 Schritte oder eigene Formulierungen, die man nutzen möchte) immer parat haben (z. B. auch ausgedruckt auf dem Schreibtisch)
  • Kontinuierlich üben, wie man positiv formuliert (durch gemeinsames Umstellen von Sätzen) und wie aktives Zuhören funktioniert.
  • Die „3-mal Ja“-Technik: eine pädagogische Methode, die darauf abzielt, eine positive und unterstützende Kommunikation mit Kindern oder anderen Menschen aufzubauen. Die Technik kann beispielsweise so angewendet werden, dass man dreimal hintereinander „Ja“ zu den Aussagen oder Handlungen eines Kindes sagt, um seine oder ihre Bemühungen oder positiven Verhaltensweisen zu würdigen. Andersherum kann die Methode aber auch so angewandt werden, dass dem Gegenüber dreimal eine Frage gestellt wird, die er oder sie mit „Ja“ beantworten kann. Diese Vorgehensweisen schaffen eine positive Atmosphäre und stärken das Selbstwertgefühl des Kindes bzw. des Gegenübers. In dieser Atmosphäre können dann auch schwierigere Themen angesprochen werden.
  • Dem Gegenüber signalisieren, dass Gefühle, Ängste etc. zugelassen werden können. So fühlt er oder sie sich gesehen.
  • Literatur des Pädagogen und Psychologen Wolfgang Bergmann. In seiner Arbeit betont er die Bedeutung einer positiven und unterstützenden Kommunikation zwischen Erwachsenen und Kindern, insbesondere in den frühen Lebensjahren.
                                  
Nach der Auseinandersetzung mit dem Thema im großen Plenum besprachen und berieten sich die Teilnehmenden in Kleingruppen über Fälle in den eigenen Kitas. Hierüber wurde in einer abschließenden Plenumsrunde gemeinsam reflektiert.
                                      
Am 06.03.2024 fand die Sprach-Kita-Lounge „Gemeinsam. Wirksam. Vernetzt: Kita-Kooperationen im Sozialraum“ statt. In dem Online-Austauschformat wurde gemeinsam mit der pädagogischen Fachkraft Alexandra Engelhardt von der Kita „Kinderland am Horn“ im thüringischen Mittelsömmern auf das Thema Kooperationen geblickt.
Eingangs wurden zunächst die Unterschiede zwischen Kooperation und Netzwerk definiert, um eine gemeinsame Gesprächsgrundlage zu schaffen: Bei Kooperationen handelt es sich um eine klar definierte Gruppe mit einer übersichtlichen Teilnehmer:innenzahl, einem exakt definierten Ziel und dezidierten Aufgaben. Kooperationen enden in der Regel mit der Erreichung des Zieles. Ein Netzwerk hingegen ist eine offene Gruppe, mit variabler Teilnehmer:innenzahl und dem Hauptziel des thematischen Austauschs. Normalerweise gibt es kein definiertes Ende der Netzwerkarbeit.
Die pädagogische Fachkraft Frau Engelhardt stellte sich dankenswerterweise als Praxisexpertin zur Verfügung und berichtete über die Kooperationen in ihrer Einrichtung. (Anmerkung: Die Einrichtung befindet sich im ländlichen Raum, betreut 40 Kinder und besteht aus einem fünfköpfigen Fachkräfteteam.) Eine langjährige Kooperation des Natur- und Umweltkindergartens besteht zum einen mit dem Forstamt, wodurch die sichere sowie regelmäßige Erkundung des Waldes ermöglicht wird. Weitere Kooperationen existieren mit der Bücherei, die im Rahmen des Bundesprogramms „Sprach-Kitas“ entstanden ist, aber auch mit der Stiftung eines Lebensmittelhändlers, der die Einrichtung von Hochbeeten übernimmt sowie Saatgut zur Verfügung stellt, so dass die Kinder selbst säen, pflanzen, gießen, das Gemüse heranwachsen sehen sowie später ernten und essen können.
Kooperationen mit Verträgen werden hier von der Einrichtungsleitung, kleinere Kooperationen bzw. solche ohne schriftliche Vereinbarungen von den Fachkräften initiiert und betreut. Da nicht immer alle Ideen und Kooperationsanfragen sofort auf Resonanz stoßen, ermutigte Frau Engelhardt, trotz Absagen und Rückschlägen weiterhin die Ziele zu verfolgen.
In einer gemeinsamen Abschlussrunde kamen die Teilnehmenden zu dem Schluss, dass Kooperationen vor allem dann eine Unterstützung darstellen, wenn die Ressourcen Geld und Zeit nicht ausreichend vorhanden sind. Für eine gute Implementierung von Kooperationen sei es wichtig, dass die geplanten Projekte eine Verankerung im Alltag finden. Vor allem sei es aber erforderlich, dass alle an der Kooperation Beteiligten zusammenarbeiten und ein gemeinsames Ziel verfolgen. Damit sich die Einrichtungen nicht mit der Kooperationsarbeit überlasten, sei auch eine Fokussierung auf ein richtiges Maß an Kooperationen essentiell. Wichtig wäre dabei zu überprüfen, ob die angedachten Kooperationen mit den anvisierten Schwerpunkten der Kita übereinstimmen.
Kooperationen können einen sehr großen Mehrwert für Kinder, Fachkräfte, Familien, aber auch für den Sozialraum besitzen. Frau Engelhardt resümierte: Wenn der Kooperationsgegenstand in der Arbeit der Beteiligten verankert sei, stelle er keine „Mehrarbeit“ dar, sondern sei Teil des Kita-Alltags. Sollte es gerade zu Beginn, bei Initiierung von Kooperationen Widerstände geben, sei eine entsprechende Überzeugungsarbeit im Sinne des Mehrwerts von Kooperationen lohnenswert.
Am 24.04.2024 fand die erste ‚Lounge 16 – Familienbildung‘ zum Thema „Selbstfürsorge und Stressmanagement für mehr Gelassenheit im Umgang mit privaten und beruflichen Belastungssituationen“ mit der Trainerin, Referentin und Supervisorin Gośka Soluch statt[i].

Gośka Soluch brachte den Teilnehmenden der Lounge „ein Konzept zum Selbstcoaching“ mit, erläuterte u. a. Grundlagen der Stresstheorie, die Erschöpfungsspirale (nach Unger und Kleinschmidt) und führte mit den Teilnehmenden kurze Selbsttests anhand der Methoden „Lebensrad“, „Energiebilanz“, „Eisenhower-Prinzip“ und „Brillenwechsel“ durch.
Der Begriff „Stress“ wurde eingangs gemeinsam beleuchtet: Die Teilnehmenden tauschten sich in Kleingruppen kurz darüber aus, was Stress für sie bedeutet und welche Faktoren Stress verursachen. Gośka Soluch erläuterte die Definition von Stress sowie seine Arten (negativer und positiver Stress) und vertiefte den Aspekt, dass Stress als Anspannungszustand in seiner Wiederholung zu fehlender Energie und Erschöpfung führt (Darstellung von Erschöpfungsstufen 1 bis 3).
Für eine gelingende Selbstfürsorge ist u. a. das Wissen um die eigenen Energiequellen relevant. Hier erläuterte die Referentin vier Energiequellen in den Bereichen Körper, Emotionen, Verstand und Sinne. Für eine entsprechende Selbsteinschätzung und „Bestandsaufnahme“ der eigenen Energiequellen stellte Gośka Soluch die Methode des „Lebensrads“ vor.
Anschließend gab es einen Energie-Check-Test zum Mitmachen sowie weitere Methoden der Stressbewältigung wie das Eisenhower-Prinzip, das bei Erledigung von Aufgaben durch deren Sortierung von wichtig/dringend über wichtig/nicht dringend bis hin zum „Papierkorb“ unterstützen kann.
Für den emotionalen Bereich regte die Referentin an, nach aktuellen Konflikten im eigenen Leben zu schauen und hierfür verschiedene „Brillen“ zum Perspektivwechsel „aufzusetzen“: Mit der „umgekehrten Brille“ könne man sich in die Lage des Gegenübers versetzen, mit der „Langfrist-Brille“ sich die Frage stellen: „Wie schaue ich in sechs Monaten auf die Situation?“ und mit der „Weitsicht-Brille“ einschätzen, was man aus der aktuellen Situation persönlich lernen und mitnehmen kann – unabhängig vom Ausgang des Konflikts.
  • Eine weitere Übung bestand in der (selbstreflexiven) Aufgabe, einen Tag dahingehend einzuteilen, wann man am meisten Energie hat und welche die Tageszeiten diejenigen mit wenig Energie sind.

    Und abschließend zwei Übungen zum erfolgreichen Einsatz der eigenen Stärken und zum Herausfinden dessen, was einem wichtig ist:
1. Innerhalb von 60 Sekunden pro Frage aufschreiben:
  • Bei welchen Tätigkeiten vergisst du die Zeit?
  • Bei welchen Tätigkeiten bist du voller Energie?
  • Wofür wirst du von Menschen bewundert und gelobt?
  • Was trauen dir andere Menschen zu?
  • Welche Aufgaben haben dir in der vergangenen Woche viel Freude bereitet?
2. Wie kannst du deine Stärken im (Job) Alltag auf neue Weise nutzen, häufiger einsetzen, neu kombinieren?
Im gemeinsamen Austausch wurden auch innere Antreiber, die eigene Prägung sowie der Begriff „Leistung“ diskutiert. Abschließend warb Gośka Soluch damit, Veränderung in kleinen Schritten anzugehen, geduldig und liebevoll mit sich selbst und sich der Tatsache bewusst zu sein, dass jede:r Resilienz erlernen kann.
[i] Nähere Informationen zum Format der ‚Lounge 16 – Familienbildung‘ erhalten Sie in Kürze.
Am 19.06.2024 fand die Sprach-Kita-Lounge zum Thema „Wachsen durch Teilhabe: Partizipation in der Kita“ mit der pädagogischen Fachkraft Anja Fluchs und der Einrichtungsleitung Susanne Hoffmann aus der Kita „Kita Sternschnuppe“ (Jena) statt. Im Gespräch mit der Moderatorin Julia Hartwig-Selmeier berichteten beide von ihren Erfahrungen hinsichtlich der Umsetzung von Partizipation in ihrer Einrichtung. Dazu zählen altersgemäße Beteiligungs-, Gestaltungs-, Mitbestimmungs- und Entscheidungsmöglichkeiten. Die Kinder werden ermutigt, Vorschläge für die pädagogischen Angebote einzubringen, Projektideen zu entwickeln und bei der Planung mitzuwirken. Seit einigen Jahren wird von den Kindern der „Kita Sternschnuppe“ für die Dauer eines Kitajahres auch eine Vertrauenserzieherin bzw. ein Vertrauenserzieher gewählt, die Wahl wird vom Kinderrat organisiert und durchgeführt.
Im direkten Austausch mit den Teilnehmenden wurde u. a. den Fragen „Wie wird Partizipation in der eigenen Einrichtung gelebt?“ und „Funktioniert Partizipation auch im Team?“ nachgegangen.
Für die Teilnehmenden der Lounge bedeutet Partizipation in der täglichen Arbeit mit Kindern vor allem Mitbestimmung, Teilhabe, Meinungen und Stimmen der Kinder wahrnehmen und hören, Kommunikation auf Augenhöhe, Respekt, Inklusion, Kinderrechte, Gleichberechtigung, Beteiligung der Kinder, Dialog und Selbstwirksamkeit. Durch die Erfahrung von Selbstwirksamkeit und Selbstbestimmtheit lernen die Kinder außerhalb des gewohnten familiären Umfeldes demokratische Prozesse kennen, das Äußern ihrer Gefühle und Meinungen sowie den Umgang mit Konflikten.
Auch den beteiligten Familien Teilhabe zu ermöglichen und damit die Zusammenarbeit mit den Familien zu stärken, ist ein wichtiges Element in der Kindertagesbetreuung. Gelebt werden kann Partizipation von den pädagogischen Fachkräften am besten, wenn sie selbst Teilhabe und Partizipationsmöglichkeiten im beruflichen Alltag und in Teamprozessen erfahren.
Insgesamt fand ein reger Austausch zwischen den Teilnehmenden zu unterschiedlichen Partizipationsmöglichkeiten statt. In den Einrichtungen der Teilnehmenden wird Partizipation vor allem durch den partizipativen Morgenkreis, Beschwerdemanagement, Beteiligungsprojekte, partizipative Essenssituationen, eine offene Gruppenstruktur, Beteiligung des Teams, selbstbestimmte Schlaf- und Ruhephasen, die Einrichtung eines Kinderrates sowie offene und geheime Wahlen zu bestimmten Themen ermöglicht. Darüber hinaus wurden auch Partizipationsangebote für Kinder unter drei Jahren, eine Leitungssprechstunde für Kinder sowie Beteiligungsmöglichkeiten von Familien genannt.
    
Literaturtipps von den Teilnehmenden:
Backhaus, Anne; Wolter, Berit (2019): Wenn Diskriminierung nicht in den Kummerkasten passt. Eine Arbeitshilfe zur Einführung von diskriminierungssensiblen Beschwerdeverfahren in der Kita. Hrsg.: KiDs - Kinder vor Diskriminierung schützen! Fachstelle Kinderwelten für Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung©/ Institut für den Situationsansatz (https://situationsansatz.de/publikationen/wenn-diskriminierung-nicht-in-den-kummerkasten-passt-eine-arbeitshilfe-zur-einfuehrung-von-diskriminierungssensiblen-beschwerdeverfahren-in-der-kita/)

Das Praxisbuch: Mitentscheiden und Mithandeln in der Kita. Wie pädagogische Fachkräfte Partizipation und Engagement von Kindern fördern. Rüdiger Hansen, Raingard Knauer. Verlag Bertelsmann Stiftung (2015).
(https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/publikationen/publikation/did/das-praxisbuch-mitentscheiden-und-mithandeln-in-der-kita?et_rp=1&cHash=4ca40aae833124b78e739d967236ffc7)

Demokratische Partizipation und Inklusion in Kindertageseinrichtungen. Herausgegeben von Raingard Knauer / Benedikt Sturzenhecker. Beltz. (https://www.beltz.de/fachmedien/sozialpaedagogik_soziale_arbeit/produkte/details/49299-demokratische-partizipation-und-inklusion-in-kindertageseinrichtungen.html)

Kiflu, Aida; Schempp-Speck, Beate; Wagner, Petra (2023): Partizipation auf dem Prüfstand – Diskriminierungskritische Perspektiven auf die Beteiligung von Kindern in der Kita. In: Kinderwelten Info 07/2023 (https://situationsansatz.de/publikationen/kinderwelten-info-07-2023-partizipation-auf-dem-pruefstand-diskriminierungskritische-perspektiven-auf-die-beteiligung-von-kindern-in-der-kita/)

Partizipation in Kindertageseinrichtungen. So gelingt Demokratiebildung mit Kindern! Von den Autoren Raingard Knauer, Rüdiger Hansen und Benedikt Sturzenhecker (2011). verlag das netz. https://www.verlagdasnetz.de/home/neuerscheinungen/531-partizipation-in-kindertageseinrichtungen.html)
Am 27.06.2024 widmete sich die ‚Lounge 16 – Familienbildung‘ dem Thema „Wege in die Kommune - Elternbegleitung mit kommunalen Strukturen vernetzen“.
Da diese Veranstaltung im Rahmen des Programms ‚ElternChanceN‘ /Praxisaustausch Plus stattgefunden hat, finden Sie hier einen inhaltlichen Rückblick in Form einer Aktuellmeldung (inkl. Aufzeichnung des Praxisaustauschs).